Neue Zeiten erfordern neue Ideen

Pressemitteilung des Ortsverbandes Eggenfelden am 28.05.2020

«Das haben wir vor fünf Jahren schon mal abgelehnt!» sagt Wilfried Reinisch (CSU) in der Bauausschuss Sitzung. «Das steht nicht mehr zur Diskussion», argumentiert Werner Schiessl(FWG).

Ähnlich äußern sich die meisten Mitglieder auf den Antrag auf Sperrung der Judengasse der Luibl-Betreiber Steinhauser und Hager, wie man im Rottaler Anzeiger vom 27. Mai nachlesen konnte.
Nur Stadträtin Dagmar Hermann von den Grünen hat den nötigen Weitblick bewiesen und für die Sperrung der Judengasse gestimmt, wie von den Luiblbetreibern zu Recht gefordert.

Die Zeiten haben sich deutlich spürbar für alle geändert.
Gehörte doch das Auto vor fünf Jahren, als der Stadtrat zum ersten Mal über einen Antrag der Sperrung der Judengasse zu entscheiden hatte, noch absolut zu den beliebtesten Statussymbolen der Bürgerinnen.

Ein Eingriff in die Hoheit des Autos war damals unvorstellbar. Heute hat das Auto seinen Höhepunkt als unverzichtbarer Lebensbegleiter überschritten. Immer mehr Menschen steigen bewusst um auf das Rad und/oder gehen zu Fuß, was allen zugute kommt.

Stadträt*innen haben eine wichtige Aufgabe wahrzunehmen.
Sie sollten ein absolutes Vorbild sein. Deshalb können wir die ewig gestrigen Aussagen nach dem Motto «das war schon immer so» keineswegs akzeptieren. Wir verlangen Weitblick, vorausschauendes Denken und zeitgemäßes Handeln. Fortschritt statt Rückschritt!

Die Coronakrise hat das Lebensgefühl der Menschen noch einmal um 180 Grad verändert. Es zieht uns alle nicht mehr unbedingt in die große, weite Welt. Wir haben erkannt, dass es zuhause in Deutschland, Bayern, Niederbayern, Rottal und Eggenfelden am schönsten ist.

Was spricht dagegen, in Zeiten der Coronakrise etwas südländisches Flair in unseren Stadtplatz zu bringen und mit der Sperrung der Judengasse einen den ersten Schritt zu wagen?
Ganz ungeachtet von der unglaublichen Tatsache, dass man das Servicepersonal im Luibl und die Gäste seit Jahren einer großen Gefahr aussetzt. Eine Verkehrsstraße, die angeblich so stark befahren ist, dass man auf keinen Fall auf sie verzichten könne – sie geht mittendurch ein beliebtes Eggenfeldner Lokal. Diese Tatsache könnte man auch einen Schildbürgerstreich nennen, oder sogar ein verantwortungsloses Verhalten der Verantwortlichen, weil es Menschenleben gefährdet.

Deshalb appellieren die Mitglieder des Ortsverbandes der Grünen an die Solidarität aller Eggenfeldner Bürgerinnen und Bürger, die Mitglieder des Stadtrats eingeschlossen:
Setzen Sie sich ein für die Sperrung der Judengasse! Natürlich wird damit eine gern benutzte Schleichstrecke für die Unverbesserlichen gekappt, die es immer eilig haben. Das ist uns klar.
Doch wir gewinnen damit für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt ein städtisches Wohnzimmer und Urlaubsdomizil dazu. In Coronazeiten ist das sehr wertvoll für alle.

Und wer sich jetzt darüber beschwert, dass eine Sperrung der Judengasse NUR der Luiblgastronomie nützen würde und die anderen Gastronomen nichts davon hätten, denen antworten wir mit einem gern benutzen Spruch in dieser Zeit:
Zusammenhalten statt Neiddebatte!

Unser Fazit:

  • Für die Gesundheit der Servicemitarbeiter*innen und Gäste im Luibl
  • Für eine gemütliche Urlaubsatmosphäre am Stadtplatz – sicher wirkt sich die Sperrung der Judengasse auch auf das Freizeit- und Urlaubsgefühl am gesamten Stadtplatz aus.
  • Für eine solidarische Unterstützung der am Stadtplatz ansässigen Gastronomen mit allen erdenklichen Mitteln im Zeichen der Krise (Wenn sich das Luibl in die Judengasse ausdehnen kann, dann bleibt mehr Platz für die Ausweitung der anderen gastronomischen Betriebe)

Lassen Sie es uns probieren!
Sperren wir die Judengasse bis zum Schulbeginn Mitte September 2020.
Danach können wir unsere Erkenntnisse daraus ziehen und eine finale Entscheidung treffen.


Die Passauer Neue Presse schreibt hierzu:

Grünen-Stadtratsfraktion will Sperrung der Judengasse neu diskutieren.

Eggenfelden. Der Abschnitt ist nur gut 70 Meter lang, recht eng und daher nur in eine Richtung befahrbar: der südliche Teil der Judengasse, der Feuerhausgasse und unteren Stadtplatz verbindet. Dennoch ist die Straße seit Jahren immer wieder Gegenstand von Anträgen und Debatten in den Gremien der Stadt. Auch jetzt. Im Zusammenhang mit der Entscheidung über die Ausweitung der Terrassenfläche des angrenzenden Café Luibl hatten sich dessen Betreiber die Sperrung der Judengasse gewünscht. Das aber wollte die große Mehrheit des Bauausschusses in der vergangenen Woche nicht noch einmal diskutieren. …

Rottaler Anzeiger vom 04.06.2020
Den ganzen Artikel gibt’s hier auf PNPplus

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