Landet die Region auf dem Abstellgleis?

2025-Abstellgleis

Marlene Schönberger, Mia Goller und Larissa Hausberger: Elektrifizierung der Strecke Simbach-Mühldorf muss verbindlich verankert werden

Die Landtagsabgeordnete der Grünen Mia Goller, die Bundestagsabgeordnete Marlene Schönbergerund Larissa Hausberger, Landratskandidatin der Grünen für die Kommunalwahl 2026, zeigen sich irritiert über den Umgang mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Mühldorf–Simbach. «Es ist schon bemerkenswert», sagt Larissa Hausberger, «wie schnell aus einem netten Gespräch oder einem Anruf im Ministerium eine Erfolgsmeldung werden kann – und wie rasch die Wirklichkeit dann das Gegenteil beweist.» Noch im August habe Landrat Michael Fahmüller in einer Pressemitteilung erklärt, dass dank seines Einsatzes die Elektrifizierung der Strecke jetzt deutlich nähergekommen sei. 

Dass das Bundesverkehrsministerium der Strecke nun ‚keine Umsetzungsperspektive‘ mehr einräumt, sei ein Schlag ins Gesicht all jener, die seit Jahren für eine bessere Anbindung kämpfen. «Gerade die Menschen in Simbach und im südlichen Landkreis brauchen endlich eine moderne, klimafreundliche Verbindung nach München – keine Pressemitteilungen mit Wunschdenken», so Mia Goller. Sie betont auch, dass die Region ein Recht auf Verlässlichkeit habe: «Natürlich ist Wahlkampfzeit, und da neigt mancher dazu, kleine Zwischenschritte groß zu verkaufen. Aber wenn die Bundesregierung eine Strecke faktisch auf Eis legt, dann sollte man das auch so benennen. Ehrlichkeit ist manchmal der schwierigere, aber der anständigere Weg.»

Landratskandidatin Larissa Hausberger unterstreicht die Bedeutung der Bahn für die Region: «Gerade junge Familien und Pendler brauchen Alternativen zum Auto. Die Strecke Mühldorf–Simbach könnte ein echtes Rückgrat für klimafreundliche Mobilität im ländlichen Raum werden – wenn man sie endlich modernisiert. Stattdessen erleben wir das alte Spiel: große Worte, kein Fahrstrom.»

Beide Politikerinnen sehen auch ein strukturelles Problem: «Seit Jahrzehnten rühmt sich die CSU, in Verkehrsfragen den direkten Draht nach Berlin zu haben – doch was hat es gebracht? Das Beispiel A 94 hat gezeigt, dass weder Ramsauer noch Dobrindt und schon gar nicht Scheuer als Verkehrsminister etwas vorangebracht haben in der Region, beim Thema Elektrifizierung zeigt sich leider auch eine derartige Entwicklung», so Goller.

Die Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger betont: «Die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums, der Elektrifizierung derzeit keine Umsetzungsperspektive einzuräumen, ist fatal. Mit solchen Entscheidungen wird deutlich, dass Investitionen in klimafreundliche Mobilität im ländlichen Raum für die schwarz-rote Bundesregierung keine Priorität haben. Die Modernisierung der Bahnstrecke Mühldorf–Simbach ist ein sinnvoller, wirtschaftlich tragfähiger Schritt – sie stärkt den öffentlichen Verkehr, entlastet die Straßen und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz.»

«Entscheidend ist jetzt, dass parteiübergreifend an einem Strang gezogen wird. Nur wenn aus der Region gemeinsam Druck gemacht wird, wird in Berlin deutlich, wie wichtig die Elektrifizierung dieser Strecke für unsere Zukunft ist. Warum der Wahlkreisabgeordnete Günter Baumgartner als Mitglied im Verkehrsausschuss und Teil der Regierungskoalition bisher keine Initiative ergreift, um dieses Projekt voranzubringen, ist mir unbegreiflich. Wir Grüne stehen hier jederzeit für eine konstruktive Zusammenarbeit bereit – denn es geht längst nicht nur um Schienen, sondern um gleichwertige Lebensverhältnisse, Klimaschutz und die Zukunft des ländlichen Raums.“

Hausberger ergänzt: «Wer Verantwortung trägt, sollte sie auch übernehmen – nicht bloß ankündigen. Die Menschen im Landkreis haben genug von Versprechungen, sie wollen endlich Ergebnisse.»

Die Grünen fordern deshalb eine klare Zusage des Bundesverkehrsministeriums, die Elektrifizierung nicht weiter nach hinten zu schieben, sondern sie im nächsten Investitionsplan verbindlich zu verankern. So eine verbindliche Zusage wäre deutlich mehr wert als Ankündigungen, die, ob absichtlich oder nicht, vorschnell bekanntgegeben werden. Denn Tatsache ist, so Goller: «Der ländliche Raum nicht auf ein Abstellgleis abgeschoben werden»

Foto: Andrew Martin from Pixabay

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