Die Grünen im Bayerischen Landtag fordern mehr Verlässlichkeit bei der Förderung von Mutterschafen und Mutterziegen. Hintergrund ist die derzeit starre Bagatellgrenze von 225 Euro. Sie kann dazu führen, dass kleinere Betriebe mit sechs Muttertieren am Ende leer ausgehen, wenn der tatsächliche Prämiensatz pro Tier auf einmal niedriger ausfällt als ursprünglich geplant. Und die Prämien in Summe unter dieser festgesetzten Bagatellgrenze liegen.
«Das ist für die Betriebe nicht nachvollziehbar und nicht fair», sagt Mia Goller, Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion für Landwirtschaft und Wald. «Wenn ein Betrieb fristgerecht eine Förderung für sechs Mutterschafe oder Mutterziegen beantragt, muss er sich darauf verlassen können, dass diese sechs Tiere tatsächlich gefördert werden. Rechenspielchen auf Kosten der Tierhalter sind hier fehl am Platz.»
Die Grünen fordern deshalb, dass sich die Staatsregierung auf Bundesebene für eine flexiblere Regelung einsetzt. Die Bagatellgrenze soll an den tatsächlichen Prämiensatz gekoppelt werden. Damit wäre sichergestellt, dass Betriebe ab sechs Muttertieren förderfähig bleiben – unabhängig davon, ob der endgültige Prämiensatz leicht vom Planwert abweicht.
Goller betont, dass es hier nicht um große Summen gehe, sondern um ein wichtiges Signal an kleine und kleinere Betriebe. Gerade Schaf- und Ziegenhalter leisteten oft wertvolle Arbeit auf Flächen, die anders nur schwer zu bewirtschaften seien. «Schafe und Ziegen halten Wiesen offen, pflegen Landschaften und helfen, artenreiche Lebensräume zu erhalten», so Goller. «Diese extensive Weidehaltung ist ein Beitrag zum Erhalt der Biodiversität – und genau deshalb muss die Förderung verlässlich sein.»
Planungssicherheit sei für bäuerliche Betriebe entscheidend. «Wer Tiere hält, trägt jeden Tag Verantwortung. Da darf die Politik nicht mit starren Grenzen zusätzliche Unsicherheit schaffen», erklärt Goller. Die Staatsregierung müsse sich deshalb rasch dafür einsetzen, dass die Regelung praxistauglich angepasst werde.
Image by Mia Goller
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